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Internationale Beziehungen - Практика устного перевода тематический сборник текстов и интервью

Internationale Beziehungen

1. Gemeinsame Interessen


„Es ist für die Beziehung zwischen Russland und Deutschland eigentlich unwesentlich, welche Parteien in Berlin die Regierung stellen“, meint der Politologe Igor Maximytschew. Im ungünstigsten Falle, so der Mitarbeiter des Europa-Instituts der Akademie der Wissenschaften, würde sich das bilaterale Klima anfangs abkühlen, aber dann wieder stabilisieren.

Maximytschew war von 1987 bis 1992 Gesandter in der DDR und Deutschland. Seine These begründet der Politologe damit, dass ökonomische Notwendigkeiten und wirtschaftliche Zusammenarbeit über den außenpolitischen Kurs entscheiden: „Deshalb werden bestimmte Erklärungen, die vor der Wahl gemacht werden, dann hinterher wieder vergessen.“ Das jüngste Beispiel für gemeinsame Interessen zwischen Russland und Deutschland sei die am 8. September unterschriebene Vereinbarung über eine deutsch-russische Energieallianz und die Nordeuropäische Gaspipeline, von der auch andere westliche Länder profitieren. Europa brauche große Mengen an Energie, wobei es nicht allzu viele Alternativen zum russischen Öl und Gas gebe. Maximytschew, Autor zahlreicher Publikationen zu den deutsch-sowjetischen und deutsch-russischen Beziehungen, sagt dazu: „Man braucht die Tatsache, dass Russland Europa mit Öl und Gas beliefert, in ihren Folgen gar nicht zu dramatisieren. Unser Staat will niemanden in eine Abhängigkeit zwingen und daraus Profit schlagen. Im Gegenteil ist die deutsch-russische Energieallianz ein großer Schritt zum Energiebund EU-Russland.“

2. Russland ist kein Neuland für mich


Herr Botschafter, Sie arbeiten zum ersten Mal in Russland. Wie haben Sie sich auf das Land vorbereitet?

Ich habe vor meiner Ausreise in Deutschland zahlreiche Gespräche mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen geführt. Hinzu kommt: Ich hatte schon in meiner bisherigen Arbeit als Beauftragter der Bundesregierung für Rüstungskontrolle sehr intensive Kontakte mit Vertretern der russischen Regierung in Fragen der Sicherheitspolitik. Zu erwähnen wäre etwa unsere umfassende Zusammenarbeit bei der Vernichtung ehemaliger Chemiewaffen. Russland ist also kein Neuland für mich.

Das heißt, Sie haben Russland auch schon persönlich kennen gelernt?

Ja, in den vergangenen Jahren und dann schon Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre. Damals war ich in Hamburg für die Städtepartnerschaft mit St. Petersburg verantwortlich.

Wie waren Ihre ersten diplomatischen Eindrücke in Russland als Botschafter Deutschlands?

Sehr gut! Ich bin freundlich aufgenommen worden und habe mit meinen Gesprächspartnern eine offene und zukunftsgerichtete Sprache gefunden.

Wo wollen Sie in Ihrer Arbeit Schwerpunkte setzen?

Uns liegt viel an Russland als einem stabilen Faktor in Europa. Daran, dass es sich modernisiert und demokratisiert, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Beide Länder haben ein Interesse an einer sicheren Welt. Darum müssen wir gemeinsam den Terrorismus bekämpfen. Schwerpunkte werden wir in der nächsten Zeit in der strategischen Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung und Innovation sowie beim Jugendaustausch setzen.

3. Mit atemberaubendem Tempo


Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin haben bei ihrem offiziellen Treffen in Moskau einen Ausbau der deutsch-russischen Beziehungen angekündigt. Mit welchem Tempo sich die Kontakte vertiefen, nannte Merkel „atemberaubend“ und erklärte: „Ich glaube, die Grundlagen dafür sind gelegt, dass wir unsere Partnerschaft weiterentwickeln und erweitern können.“

Präsident Putin hat auch die Kontinuität in den engen Beziehungen zu Deutschland betont. Die bilateralen Kontakte seien nach dem Regierungswechsel in Berlin unverändert intensiv. Auf wirtschaftlicher Ebene florierten die Geschäfte ohnehin. Den Wert des deutsch-russischen Warenaustausches im vergangenen Jahr gab der Präsident mit 26,4 Milliarden Euro an. Beide Politiker sprachen über die Stabilität der Gaslieferungen von Russland nach Europa. Merkel hob die Bedeutung der Nordeuropäischen Gasleitung (Ostsee-Pipeline) hervor. Das Projekt sei sowohl für Deutschland als auch für ganz Europa wichtig und gegen kein Drittland gerichtet, unterstrich sie auf einer Pressekonferenz in Moskau. Europa bekomme das Gas unabhängig vom Liefervertrag mit der Ukraine, sagte Putin. „Wir haben diese Angelegenheiten getrennt und zwei Dokumente unterschrieben: Einen Liefervertrag für die Ukraine und einen fünfjährigen Vertrag über den Gastransit nach Europa“, erläuterte der Präsident. „Jetzt hängt der Gastransport nach Europa nicht mehr mit den Gaslieferungen für den inneren Bedarf der Ukraine zusammen. Das ist wichtig für unsere europäischen Kunden“.

4. Die transatlantischen Beziehungen


Die vergangenen Jahre waren schwierig und kompliziert für die transatlantischen Beziehungen – insbesondere wegen der Irak-Krise. Immerhin haben sich Führungspersönlichkeiten beiderseits des Atlantiks für einen erneuerten und gemeinsamen Versuch ausgesprochen, die Beziehungen zu verbessern, einander mehr zuzuhören, öfter zu konsultieren und einen echten strategischen Dialog zu führen. Doch um ein neues Kapitel zu beginnen, müssen wir genau verstehen, was in diesen Beziehungen funktioniert hat und was nicht – und warum nicht. Bemerkenswert ist beispielsweise, dass die transatlantische Zusammenarbeit selbst in den schwierigsten Tagen der Meinungsverschiedenheiten über den Irak auf vielen anderen Sachgebieten durchaus effektiv war. Zum Beispiel müssen wir uns keine Sorgen machen über die Kooperation auf so unterschiedlichen Feldern wie der Terrorismusbekämpfung, der Friedenssicherung in Afghanistan und auf dem Balkan oder auf wissenschaftlich-technischem Gebiet.

Konzentrieren müssen wir uns auf die Bereiche, bei denen unsere Interessen oder Strategien nach wie vor auseinander zu klaffen scheinen. Besonders problematisch ist die in den Vereinigten Staaten verbreitete Meinung, Amerika müsse permanent Druck auf Europa ausüben und finde auf der Suche nach Lösungen keine Unterstützung. Wem an einem neuen und stabilen Gleichgewicht der transatlantischen Beziehungen liegt, der sollte zur kritischen Überprüfung einer Rollenbeschreibung bereit sein, in der Europa als schwach und passiv erscheint.

5. Die zweite Jahrestagung „Russland“


Um deutschen Unternehmen den Einstieg in den russischen Markt zu erleichtern, wurde in Berlin bereits die zweite Jahrestagung „Russland“ veranstaltet. Namhafte Experten, die schon erfolgreich in Russland arbeiten, sowie russische Politiker informierten deutsche Geschäftsleute über den Markteinstieg.

Seit der Öffnung Russlands für ausländische Investoren durch die Reformpolitik strömen immer mehr deutsche Unternehmen nach Moskau und in die russischen Regionen. Auch die Unsicherheit rund um die Verhaftung des Oligarchen Michail Chodorkowskij konnte diesen Trend nicht aufhalten. Im ersten Halbjahr 2006 sind Direktinvestitionen im Umfang von 4,48 Milliarden US-Dollar nach Russland geflossen, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 31 Prozent bedeutet. Fast alle namhaften deutschen Firmen sind mit einer Repräsentanz in Russland vertreten. Um jedoch die Vorteile des russischen Marktes dauerhaft zu nutzen, ist der Aufbau einer Produktionsstätte ratsam. Das bringt enorme Chancen, aber auch Risiken.

Teilnehmer der Jahrestagung waren deutsche Geschäftsführer, Leiter der Abteilungen Ausland, Marketing, Einkauf, Steuern von Unternehmen, die bereits Geschäftsbeziehungen zu russischen Unternehmen aufgebaut haben, Investitionen in Russland tätigen oder dies in absehbarer Zeit planen. Diese konnten in Berlin von einflussreichen russischen Politikern sowie deutschen Unternehmen mit Russlandkenntnissen erfahren, wie sie eine erfolgreiche Strategie für ihr Russlandgeschäft aufbauen. Anlässlich der Jahrestagung hatten die Teilnehmer auch die Möglichkeit in Ausstellungen ihr Unternehmen, ihre Produkte zu präsentieren.

6. Mein Europa – dein Europa: Ansichten von Nicht-Europäern


Die Karlsruher Gespräche eröffnen andere Perspektiven auf zentrale europäische Themen. Wie wird Europa von Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund wahrgenommen? Welche Selbstmythen der Europäer brauchen eine Korrektur und Ergänzung von außen? Was wird von Europa in einer globalisierten Weltordnung erwartet? Um diese Fragen zu beantworten, sollen bei den nächsten beiden Karlsruher Gesprächen 2007 und 2008 Nicht-Europäer zu Wort kommen.

Die 11. Karlsruher Gespräche des Zentrums für Kulturwissenschaften der Universität Karlsruhe erforschen vom 9. – 12. Februar den Blick von außen auf Europa. In einem Kulturdialog präsentieren ausschließlich Nicht-Europäer, die zudem außerhalb der EU leben, ihre wissenschaftlichen, politischen und künstlerischen Reflektionen. Durch den Kontakt zu Nicht-Europäern können die Europäer aktiv am Dialog der Kulturen partizipieren und damit Korrekturen an ihren eigenen Vorstellungen vornehmen. Von außen sehen die Entscheidungen, die die Richtung der EU in den nächsten Jahren bestimmen werden, anders aus. Aus dieser anderen Sichtweise kann man übliche gesellschaftliche Stereotypen in Relation zu anderen Themen setzen. Begleitet wird der Diskurs über Europa von kulturellen Veranstaltungen, die weitere Aspekte aus künstlerischer Sicht einbringen. Ziel ist auch hier, Künstler aus außereuropäischen Kulturkreisen zu präsentieren. Die 11. Karlsruher Gespräche sind eines von zwei Projekten Baden-Württembergs im kulturellen Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.
2014-07-19 18:44
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